Marija Serifovic gewinnt mit Molitva den Eurovison Song Contest
Den 52. Eurovison Song Contest gewann die 22-jährige Serbin Marija Serifovic mit der Ballade “Molitva“.
Was soll ich dazu großartig sagen? Sogar in China weiß man mittlerweile:
Tja, das hat man wohl davon, wenn man sich die kleinen Nachbarn aus dem Osten in die Gemeinschaft holt *g*
Denn die geben sich nur gegenseitig Punkte und teilen sich bei Bedarf einfach in noch kleinere Zwergenstaaten.
Aber Caipirella hat die Lösung:
Wir müssen die Revolution ausrufen, die Bundesrepublik zerschlagen und die Bundesländer einzeln antreten lassen.
Im Jazzblog werden ähnliche Töne angeschlagen:
Wenn ich mir so das Ergebnis angucke sollten wir schleunigst noch einmal über das Thema Föderalismusreform diskutieren. Vielleicht haben wir ja wieder echte Chancen, wenn wir unsere Bundesländer einzeln antreten lassen
Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, wie Rüdiger weiß:
Die Bürger Ostdeutschlands kehren – vom deutschen Sozialstaat enttäuscht – zu ihren sozialistischen Wurzeln zurück und immigrieren in die ehemaligen Sowjetrepubliken, ohne natürlich ihre deutsche, kulturelle und musikalische Herkunft zu verleugnen.
Was haben all diese Vorschläge gemeinsam? Sie sind absolut unrealistisch. Zwar soll laut ixxim im nächsten Jahr das System der Punktevergabe geändert werden aber ob das hilft?
Peter vermutet sogar, dass wir Deutschen aufgrund des 1. und 2. Weltkrieges und unseren Verhaltens im Urlaub keine Chance auf einen Sieg hätten.
Die beiden Weltkriege standen auch vor 25 Jahren (als wir zuletzt gewonnen haben, Quelle) schon in den Geschichtsbüchern und auch die Russen sollen sich im Urlaub unter alles Sau benehmen.
Mein Vorschlag für einen faireren Eurovison Song Contest::
Jedes Land kann dreimal Landespunkt (z.B. 20/10/5) verteilen. Dann gibt es noch Einwohnerpunkte die sich anhand der Einwohnerzahl errechnen. Für Deutschland wären das 80/40/20).
Also ähnlich wie im amerikanischen Zweikammersystem mit dem Repräsentantenhaus (Anzahl der Repräsentanten je Bundesstaat hängt von der Einwohnerzahl ab) und Senat (zwei Senatoren pro Bundesstaat).
Natürlich müsste für eine gewisse Verhältnismäßigkeit gesorgt werden, so dass auch Staaten mit sehr wenigen Einwohnern noch ein paar Stimmen haben.
Wenn am Ende die Anzahl aller Landespunkte der Anzahl aller Einwohnerpunkte entspricht müsste das ganze einigermaßen fair sein. Wobei die großen Länder (mit mehr als 75% der durchschnittlichen Einwohnerzahl aller Teilnehmer, also etwa Deutschland) bei den Einwohnerpunkten abgeschwächt werden müssten.
Zum Beispiel: Einwohnerzahl geteilt durch 20 Millionen
Für Deutschland wären das dann 4, für Serbien 0,47 was dann natürlich auf 1 aufgerundet werden müsste.
So hätte jeder Teilnehmer faire Chancen auf einen Sieg.
Wer noch nicht genug hatte kann sich in der Liste der ESC 2007 Liveblogger von Cem weitere Lektüre suchen.
Nun hat Serbien gewonnen, mir hat der Titel auch gefallen, mein Favorit war allerdings die Ungarin mit der leichten Neigung zu Janis Joplin.
Ich nehme das Stimmverhalten der Osteuropäer eher als positives Zeichen. Wenn man die Nachrichten verfolgt, glaubt man immer, da gäbe es nur Feindschaft und Krieg zwischen den Völkern, sei es im ehemaligen Jugoslawien oder zwischen den Staaten der ehemaligen Sowjetunion.
Wenn aber die Menschen aus Montenegro und Slovenien usw. den Serben ihre Stimme geben, kann die Feindschaft zwischen den einfachen Menschen nicht so groß sein. Im Gegenteil: Sie beweisen der Welt mit ihrer Stimmabgabe bei einer eigentlich ganz nebensächlichen Sache wie dem ESC dass sie sich in ihrer menschlichen Zuneigung nicht von ihren Regierungen beirren lassen.
Kommentar by Jörg Friedrich | Juli 7, 2007
Aber wieso denn was umstellen am System?
Nutzen wir doch einfach Selbiges und bringen etwas mehr Entwicklungshilfe oder mehr EU Beiträge in die Nachbarstaaten und schon werden sich diese beim nächsten Mal erkenntlich zeigen… war bisher wohl zu wenig
Oder wie wär’s mit nem Songcontest der Kernstaaten? Die inneren Vier?
Im Ernst: Was ist am Ergebnis so schlimm? Europa, die Länder haben nu mal gewählt und so ist das nun mal! Man muss eben einfach akzeptieren können, dass andere Völker womöglich nen anderen Geschmack haben. Man muss doch nicht immer gewinnen. Einmal in 50 Jahren ist doch auch ein tolles Ergebnis,selbst wenn Jonny Logan doppelt so gut ist wie die Deutschen *g*
Nich so verbissen sehn… Ich glaube, wir haben nen tollen Sänger mit tollem Jazz gezeigt… so toll kann Deutschland sein!… zumindest nicht so peinlich wie der eine oder andere Beitrag der früheren Jahre *g*
Kommentar by Autor | Juli 7, 2007